Gideon Botsch und Christoph Kopke: Betreuter Rechtsextremismus

… Zum Leitgedanken des AgAG wurde jedenfalls der Ansatz „akzeptierender Jugendarbeit“. Die Erfahrungen, die in den folgenden Jahren mit diesem Konzept gemacht wurden, waren insgesamt eher negativ. Das Programm und die von ihm geförderten Projekte gerieten schnell in die Schlagzeilen. Nach einem für die Beteiligten schmerzvollen Lernprozess, der sich über Jahre erstreckte, waren die AgAG-Projekte häufig gezwungen, sich von der ursprünglich betreuten rechtsextremen Gruppe zu trennen.  Entgegen verbreiteten Annahmen erwies sich Jugendarbeit mit geschlossenen rechtsextremen Gruppen als kontraproduktiv, weil Institutionen der öffentlichen Erziehung sowie Angebote der offenen Jugendarbeit „den Zugang zu rechtsextremen Gruppierungen […] stabilisieren und ausweiten können.“6

Nun sind die Heimatbündler von Pretzien keine Jugendlichen, sondern junge Erwachsene zwischen 24 und 28 Jahren. Dies verweist auf ein Problem, das jenseits der Ebene der Jugendarbeit liegt: Mit gestiegenem Lebensalter integrieren sich Rechtsextreme mitunter von sich aus in die kommunalen ge- sellschaftlichen Strukturen, übernehmen ehrenamtliche Aufgaben etwa im Sportverein, der Freiwilligen Feuerwehr oder in Elternbeiräten. Ihre Gesinnung haben sie nicht aufgegeben, sie nutzen vielmehr ihr neues soziales Prestige zur Verbreitung ihrer politischen Ideen. …

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PS

Wer „Ich möchte Robert Timm …“ als Gewaltaufruf deutet, möge nach …but alive „Ich möchte Illona Christen die Brille von der Nase schlagen“ googlen oder hier klicken

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