Wir müssen uns nun mit dem Übergang vom Geld als Geld zum Geld als Kapital beschäftigen und die Mehrwerttheorie, die Marx im Grunde von den Politischen Ökonomien herholte thematisieren. Die Verfahrensweise Marxens ist logischer Natur, daher ist auch der „Übergang“ ein logischer, aber er beinhaltet auch eine grundsätzliche Grenzscheide historischer Natur. Die „Logik“ des Geldes und die Logik des Kapitals bringen zum Ausdruck eine reale Möglichkeit.

Wir diskutieren ja eine Konstitutionslogik, keine Logik, die in irgendeiner Weise als Abbild einer vom gesellschaftlichen Erkentnnisvermögen und individuellen Erkenntnisvermögen unabhängige Wirklichkeit zu verstehen ist; oder gar eine rein formale Logik.

Erkenntnisgegenstände sind seit Kant und dem nachfolgenden Deutschen Idealismus  Gegenstände, die sich der Vereinigung von Mannigfaltigen zur Einheit verdanken, die jedes Individuum als die Gesellschaft im Denken repräsentierenes Subjekt vollziehen kann. Das Denken und speziell das Erkennen, das allgemeingültigen Charakter beansprucht ist als gesellschaftliche Arbeit zu verstehen, was bedeutet, daß es so erfolgt, daß jedermensch jederzeit den Gedanken nachvollziehen kann. Dies tun wir auch, wenn wir Güter oder Leistungen, die für den Austausch produziert werden, miteinander vergleichen und austauschen. Bewußtlos bildet sich ein tertium comparationis, der Wert einer Ware, aus, der die Austauschbarkeit bedingt. Handelt es sich um Äquivalententausch, so wird (kontrafaktisch) unterstellt, die Ware G1 und die Ware G2 haben den gleichen Wert. Da das keine Eigentschaften des Gutes sein können, da der Gebrauchswert erst im Konsum letztlich realisiert wird, der immer bloß subjektiv ist, hatte Marx apagogisch argumentierend, d.h. andere Möglichkeiten ad absudum führend, festgestellt, daß es nur eine Eigenschaft sein kann, die jeder Ware in gleicher Weise zukommt, nämlich ihr Produziertsein und da Produkion in der Zeit erfolgt, die durchschnittlich zu ihrer Reproduktion notwendig Arbeitszeit. Durchschnittlich, weil jede Arbeit individulle Extensivität und Intensitivität besitzt. Wir haben also reine Durschnittsquanten, die den Wert jeder exemplarischen Ware bilden. Geld als Maß stellte den Ausdruck dieser Durchschnittsqualität dar, ursprünglich metallisch wegen der Meßbarkeit des Gewichts im Gewichtseinheiten, wie das beim englischen Pfund noch sprachlich deutlich geblieben ist. Hier war die Qualität des Maßes entscheidend, aber das Metallgeld war im Austauschprozeß ersetzbar geworden letzlich durch reine Zeichen, die in irgendeiner Weise garantiert werden mußten, weswegen Geld und Staatsgewalt praktisch in einem Zusammenhang geraten sind, bzw. andere Institutionen wie Banken den Wert garantieren SOLLEN und näherungsweise auch können. Bis hin zu Kontoauszügen oder Computeranzeigen wird der Wert in Geldgrößen ausgedrückt. Hierbei gibt es zunächst einmal die einfachste Form W-G-W der Zirkulation. EIne Ware 1 wird mittels Geld in eine Ware 2 getauscht. Gelingender Stoffwechsel wird also W-G-W symbolsiert. Diese Form ist auch heute eine der elemenaren Formen. Die Arbeitskraft als Disposition zu arbeiten wird in die Geldmenge getauscht, die zum Erhalt und einfachen Reprodukton dieser Dispositonen (alles im gesellschaftlichen Durchschnitt) ausreicht, wobei eine moralische Komponente darin erhalten ist, die gesellschafltich ausgemendelt wird. Mit dieser Geldmenge, die als zahlungsfähige Nachfrage nach Gütern auf dem Markt erscheint und (von Kredit und dergl. wird abstrahiert für die Elementarform), kann dann die exemplarische Ware gekauft werden. W-G = Verkauf G-W = Kauf. Die elementaren Operationen stehen für die Totalität aller solcher Operationen. Dadurch aber, daß immer wieder Geld auch das Ende solcher Operationen ist, läßt sich auch die andere Möglichkeit der Operationen formalisieren G-W-G. Das hatte Marx Schatzbildung genannt. Dagobert Duck wäre eine solcher Schatzbildner, der dann auch noch in dem Ergebnis G badet in dem berühmten Comic. Das Bereichern ist beim Schatzbilden Selbstzweck, wobei da Geld als Reichtum erscheint (nicht IST, denn das gesellschaftliche potentielle produktive Vermögen ist der wahre Reichtum). Der jeweilige Mensch ist hier nicht Mensch, sondern dienende Charaktermaske, von der Logik her erst einmal Möglichkeit, haben sich diese Operationen aber ausgebildet, ist jeder Mensch gezwungen in dieser Weise diser Logik der Bereicherung zu dienen, weil historisch – teilweise durch Recht und Gewalt – andere Möglichkeiten ausgeschlossen wurde und daß es danan so ist wie es ist zum gesellschaftlichen Vorurteil im ursprünglichen Sinne geworden ist. G-W-G, also Onkel Dagobert, ist verrrückt. Denn G1 und G2 sind hier noch identisch. Durch Tausch wird im gesellschaftlichen Durchschnitt nie mehr Wert erzeugt. Das Geld, das man beim Aktionehandel bei Kursverlust verliert, ist ja auch nicht weg, sondern es hat ein anderer.

Rational im Sinne von Wirtschaft wäre es, wenn es eine Ware gäbe, die den Wert vermehrte und nicht nur von einer Erscheinsweise auf die andere überträgt. Marx fand den Gebrauchswert der Arbeit, die kann nicht nur den Gebrauchswert, sondern auch den Wert – im Schnitt wieder – vermehren. Der Wert ist bei G-W-G noch nicht Subjekt – aktives Movens  des Prozesses – sondern bleibt identisch. Erst der Mehrwert, also Wertdifferenz im Arbeitsprozesse, wird causa finalis, Zweckursache, motivierendes des Prozesses. Der sog. Kapitalist ist Diener dieses Zwecks, wobei Funktion und EIgentum des Werts auseinanderfallen können, Kapitalfunktionen können auch von besoldeten Dienern erfüllt werden, so daß wie im Konzert der Dirigent nicht für die Instrumente der Musiker als Eigentümer gilt.

Die Möglichkeit G-W….W‘ – G‘ wird wirklich, wenn jemand gefunden wird, der bereit ist mehr Wert zu erarbeiten als er kostet. Daß sich da jemand findet verdankte sich historischer immenser Gewalt und der Enteignung wie z.B. das Bauernlegen, Abschaffung von Sozialgesetzen, die den unmittelbaren Produzenten den Lebenserhalt gewährleisten (Vgl. Polany, Great Transformation) usw. Da gibt es spezifische Möglichkeiten, die z.b. Negt/Kluge in Geschichte und EIgensinn diskutieren. Das Ergebnis war historisch, daß sich der „verückte Kapitalist“(Marx) Diener von G-W-G in den Diener der Form G-W‘-G‘ verwandelt hat. Das bedeutet, daß das Geld, das der Kapitaldiener, der Kapitalist hat, nicht als Schatz gehortet, sondern wieder in die Zirkulation geworfen wird. (Nicht nur für den Konsum des Dieners, sondern um zu akkumulieren erweitert zu reproduzieren, so daß es nicht bloß ein Kreis ist, sondern eine Spirale.

„Der Gebrauchswert ist also nie als unmittelbarer Zweck des Kapitalisten zu behandeln. Auch nicht der einzelne Gewinn, sondern nur die rastlose Bewegung des Gewinnens. Dieser absolute Bereicherungstrieb, diese leidenschaftliche Jagd auf den Wert ist dem Kapitalisten mit dem Schatzbildner gemein, aber während der Schatzbildner nur der verrückte Kapitalist, ist der Kapitalist der rationelle Schatzbildner. Die rastlose Vermehrung des Werts, die der Schatzbildner anstrebt, indem er das Geld vor der Zirkulation zu retten sucht, erreicht der klügere Kapitalist, indem er es stets von neuem der Zirkulation preisgibt. Es werden nicht Handlungen beschrieben, sondern die Funktionen, die jeder, der Kapitalist ist und bleiben will, erfüllen muß. Wir haben hier also Systemtheorie oder Systemkritik. Vollständig erkennen kann es allerdings nur ein prospektives Kollektiv, das das Kapitalverhälntis als automatische Subjekt abschaffen würde. Wie das geht, wußte Marx nicht, wissen wir auch nicht, nur daß es im Prinzip möglich ist. Denn es ist die weltweite gesellschaftliche Praxis von uns als alle Menschen, die immer wieder das entfremdete automatische Subjekt produzieren, ohne es wollen zu müssen. Revolution wäre daher, wenn alle aufhören würden, Kapital zu reproduzieren, also im Allgemeinen. Im Besonderen geschieht das ja manchmal, etwa im Streik. Da aber in G-W-G‘ auch der Lebensunterhalte eines jeden produziert wird, neben anderen Kreisläufen, die untergeordnet parallel oder damit verschränkt existieren. Aber Subsistenzwirtschaft Kibbuzin etc. sind auch nicht von einer anderen Welt und davon tangiert, wie sich allein schon im Außenverkehr zeigt. Aber gucken wir uns die elementare Weltformel der kapitalen Welt mal in Kurzform bei Marx an.

„Die selbständigen Formen, die Geldformen, welche der Wert der Waren in der einfachen Zirkulation annimmt, vermitteln nur den Warenaustausch und verschwinden im Endresuitat der Bewegung. In der Zirkulation G-W-G funktionieren dagegen beide, Ware und Geld, nur als verschiedne Existenzweisen des Werts selbst, das Geld seine allgemeine, die Ware seine besondre, sozusagen nur verkleidete Existenzweise. Er geht beständig aus der einen Form in die andre über, ohne sich in dieser Bewegung zu verlieren, und verwandelt sich so in ein automatisches Subjekt. Fixiert man die besondren Erscheinungsformen, welche der sich verwertende Weit im Kreislauf seines Lebens abwechselnd annimmt, so erhält man die Erklärungen: Kapital ist Geld, Kapital ist Ware. In der Tat aber wird der Wert hier das Subjekt eines Prozesses, worin er unter dem beständigen Wechsel der Formen von Geld und Ware seine Größe selbst verändert, sich als Mehrwert von sich selbst als ursprünglichem Wert abstößt, sich selbst verwertet. Denn die Bewegung, worin er Mehrwert zusetzt, ist seine eigne Bewegung, seine Verwertung also Selbstverwertung. Er hat die okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist. Er wirft lebendige Junge oder legt wenigstens goldne Eier.“(MEW 23 168)

Einige Begriffsbestimmungen noch. Das Geld (1) wird in Produktionsmittel und Arbeitskraft verausgabt, der Wert der Produktionsmittel bleibt erhalten. konstant daher nennt Marx das konstanten Kapital c und da der andere Teil sich im Produktionsprozeß verändert, nennt er das variables Kapital v. Das Mehr an Wert nennt Marx Mehrwert m. Gemessen am variablen Kapital ist der Mehrwert als Rate des Mehrwerts m/v (Mehrarbeit m durch notwendige Arbeit v). Notwendig ist diese Arbeit, weil sie die Größe hat, um die Arbeitskraft, Disposition zu arbeiten (und Familie eingeschlossen). Die Mehrwertrate ist veränderlich durch Erhöhung von m und Senkung von v. Die erste Möglichkeit nennt Marx Produktion von absoluten Mehrwert, die zweite Produktion von relativen Mehrwert.

Grundlage für die Produktion absoluten Mehrwerts ist die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens, die von relativen Mehrwert die Entwicklung gesellschaftlicher Produktivkräfte der Arbeit. Der absolute Mehrwert ist das Ältere, gab es auch schon vor dem Kapitalismus. Wenn alte Formen der Arbeit übernommen werden, handelt es sich um formelle Subsumtion der Arbeit unter das Kapital, der Mehrwert kann nur durch Verlängerung der Arbeitszeit erhöht werden. Die reelle Subsumtion der Arbeit bedeutet die Revolutionierung der Produktivkräfte. Die Produktion von Mehrwert kann durch Verlängerung der Arbeitszeit und Steigerung der Produktivkräfte erhöht werden.

Die Grenze absoluten Mehrwerts ist durch die fiktiven 24 Std. des Tages gegeben, aber in Wahrheit kann niemand im Schnitt so lange arbeiten, daher entstanden Arbeiterorganisationen, die die moralische und physiologischen Grenzen festlegten im Kampf mit den „Kapitalisten“. Das war möglich, weil mit toten Arbeitern nicht produziert werden kann. Aber ohne Kampf geht das nicht ab, eben weil das Kapital maßlos ist:

„Nachdem das Kapital Jahrhunderte gebraucht, um den Arbeitstag bis zu seinen normalen Maximalgrenzen und dann über diese hinaus, bis zu den Grenzen des natürlichen Tags von 12 Stunden zu verlängern, erfolgte nun, seit der Geburt der großen Industrie im letzten Drittel des 18.Jahrhunderts, eine lawinenartig gewaltsame und maßlose Überstürzung. Jede Schranke von Sitte und Natur, Aiter und Geschlecht, Tag und Nacht, wurde zertrümmert. Selbst die Begriffe von Tag und Nacht, bäuerlich einfach in den alten Statuten, verschwammen so sehr, daß ein englischer Richter noch 1860 wahrhaft talmudistischen Scharfsinn auf bieten mußte, um „urteilskräftig“ zu erklären, was Tag und Nacht sei. Das Kapital feierte seine Orgien.“(MEW 23, 294)

Auch in unserer Zeit gibt es das hierzulande wie in anderen Ländern des globalen Kapitalverhältnisses. Wir beschreiben ja nur die logischen Strukturen in marxschen Kategorien. Im Grunde ist das mehr oder weniger Konsens geworden, Marx wird nicht mehr wirklich widersprochen. Wo er abgelehnt wird, hat man regelmäßig seine Theorie schon verändert und kritisiert dann seine eigenen Veränderungen.

Um den relativen Mehrwert zu erklären müssen wir die Methoden der Produktivkraftsteigerung erklären. Der durchschnittliche Gesamtwert einer Ware nenne ich mal W, er ist identisch mit c+v+m. W=c+v+m

Der individuelle Wert (Bedingt durch Fortschritte der Produktivkräfte durch Kooperatio, Manufaktur und Maschinerie) wird mit * markieren. W* = c*+v*+m*. Der Mehrwert, der dadurch gewonnen wird, Xm= W-W*=(c-c*) + [(v+m) – (v*+M*)] Die Größe c wird auch tote Arbeit genannt v+m lebendige Arbeit. Die Differenz von der die Rede ist muß >0 sein, sonst haben wir kein Extramehrwert in einer Sphäre. Aber im gesellschaftlichen Schnitt ist es so, daß weil die Konkurrenten, die durch Produktivkraftsteigerung gewinnen immer auch Verlierer entsprechen in der Branche. Der Konkurrenzdruck führt dazu, daß bei „Strafe des Untergangs“ die Velierer die Produktivkräfte auch steigern müssen.

Änderungen des Produktionsprozesses sind:

Einfache Kooperation, Manufaktur und Maschinerie

Einfache Kooperation bedeutet, das mehrer Arbeiter als vorher beschäftigt werden, die durch Zusammenwirken eine größere Masse von Gebrauchswerten produzieren.

„Gemeinsam vernutzte Produktionsmittel geben geringren Wertbestandteil an das einzelne Produkt ab, teils weil der Gesamtwert, den sie abgeben, sich gleichzeitig auf eine größre Produktenmasse verteilt, teils weil sie, im Vergleich zu vereinzelten Produktionsmitteln, zwar mit absolut größrem, aber, ihren Wirkungskreis betrachtet, mit relativ kleinrem Wert in den Produktionsprozeß eintreten. Damit sinkt ein Wertbestandteil des konstanten Kapitals, also proportionell zu seiner Größe auch der Gesamtwert der Ware. Die Wirkung ist dieselbe, als ob die Produktionsmittel der Ware wohlfeiler produziert würden. Diese Ökonomie in der Anwendung der Produktionsmittel entspringt nur aus ihrem gemeinsamen Konsum im Arbeitsprozeß vieler. Und sie erhalten diesen Charakter als Bedingungen gesellschaftlicher Arbeit oder gesellschaf tliche Bedingungen der Arbeit im Unterschied von den zersplitterten und relativ kostspieligen Produktions … mitteln vereinzelter selbständiger Arbeiter oder Kleinmeister, selbst wenn die vielen nur räumlich zusammen, nicht miteinander arbeiten.“(MEW 23, S. 344)

Die Manufaktur ist eine Unterfall von Kooperation, eine die innerhalb des besonderen Produktionsprozesses stattfindet, etwa früher getrennte Handwerke werden in gleichartige Teiloperationen zerelgt und so bei unveränderten Arbeitseinsatz und technologischer Basis mehr produziert.

Maschinerie erhöht nur die technologische Basis. Das ließe sich nun durch spätere Entwicklung nach Marx eweitern und differenzieren bis hin zu Taylorisierung und MTM-Systeme. Aber wir zitieren hier nur Werkzeugmaschine und eigentliches Maschinensystem:

1)

 

„Eine Werkzeugmaschine ist also ein Mechanismus, der nach Mitteilung der entsprechenden Bewegung mit seinen Werkzeugen dieselben Operationen verrichtet, welche früher der Arbeiter mit ähnlichen Werk­ zeugen verrichtete. Ob die Triebkraft nun vom Menschen ausgeht oder selbst wieder von einer Maschine, ändert am Wesen der Sache nichts. Nach Übertragung des eigentlichen Werkzeugs vom Menschen auf einen Mechanismus tritt eine Maschine an die Stelle eines bloßen Werkzeugs. Der Unterschied springt sofort ins Auge, auch wenn der Mensch selbst noch der erste Motor bleibt. Die Anzahl von Arbeitsinstrumenten, womit er gleichzeitig wirken kann, ist durch die Anzahl seiner natürlichen Produktionsinstrumente, seiner eignen körperlichen Organe, beschränkt.“(MEW 23, 394)

2)

„Ein eigentliches Maschinensystem tritt aber erst an die Stelle der einzelnen selbständigen Maschine, wo der Arbeitsgegenstand eine zusammenhängende Reihe. verschiedner Stufenprozesse durchläuft, die von einer Kette verschiedenartiger, aber einander ergänzender Werkzeugmaschinen ausgeführt werden. Hier erscheint die der Manufaktur eigentümliche Kooperation durch Teilung der Arbeit wieder, aber jetzt als Kombination von Teilarbeitsmaschinen. Die spezifischen Werkzeuge der verschiednen Teilarbeiter, in der Wollmanufaktur z.B. der Wollschläger, Wollkämmer, Wollscherer, Wollspinner usw., verwandeln sich jetzt in die Werkzeuge spezifizierter Arbeitsmaschinen, von denen jede ein besondres Organ für eine besondre Funktion im System des kombinierten Werkzeugmechanismus bildet. Die Manufaktur selbst liefert dem Maschinensystem in den Zweigen, worin es zuerst eingeführt wird, im großen und ganzen die naturwüchsige Grundlage der Teilung und daher der Organisation des Produktionsprozesses. Indes tritt sofort ein wesentlicher Unterschied. ein. In der Manufaktur müssen Arbeiter, vereinzelt oder in Gruppen, jeden besondren Teilprozeß mit ihrem Handwerkszeug ausführen. Wird der Arbeiter dem Prozeß angeeignet, so ist aber auch vorher der Prozeß dem Arbeiter angepaßt. Dies subjektive Prinzip der Teilung fällt weg für die maschinenartige Produktion. Der Gesamtprozeß wird hier objektiv, an und für sich betrachtet, in seine konstituierenden Phasen analysiert, und das Problem, jeden Teilprozeß auszuführen und die verschiednen Teilprozesse zu verbinden, durch technische Anwendung der Mechanik, Chemie usw. gelöst, wobei natürlich nach wie vor die theoretische Konzeption durch gehäufte praktische Erfahrung auf großer Stufenleiter vervollkommnet werden muß. Jede Teilmaschine liefert de:r zunächst folgenden ihr Rohmaterial. und da sie alle gleichzeitig wirken, befindet sich das Produkt ebenso fortwährend auf den verschiednen Stufen seines Bildungsprozesses, wie im Übergang aus einer Produktionsphase in die andre. Wie in der Manufaktur die unmittelbare Kooperation der Teilarbeiter bestimmte Verhältniszahlen zwischen den besonren Arbeitergruppen schafft, so in dem gegliederten Maschinensystem die beständige Beschäftigung der Teilmaschinen durch einander ein bestimmtes Verhältnis zwischen ihrer Anzahl, ihrem Umfang·und ihrer Geschwindigkeit. Die kombinierte Arbeitsmaschine, jetzt ein gegliedertes System von verschiedenartigen einzelnen Arbeitsmaschinen und von Gruppen derselben, ist um so vollkommner, je kontinuierlicher ihr Gesamtprozeß, d.h. mit je weniger Unterbrechung das Rohmaterial von seiner ersten Phase zu seiner letzten übergeht, je mehr also statt der Menschenhand der Mechanismus selbst es von einer Produ tionsphase in die andre fördert. Wenn in der Manufaktur die Isolierung der Sonderprozesse ein durch die Teilung der Arbeit selbst gegebnes Prinzip ist, so herrscht dagegen in der entwickelten Fabrik die Kontinuität der Sonderprzesse.“(MEW 23, S. 400)

Die Entwicklung, die Marx hier zeigt ist die der Zunahme der toten (vergegenständlichten) gegenüber der lebendigen Arbeit. Die Zunahme „technischer Zusammensetzung“ des Kapitals und „Wertzusammensetzung“ des Kapitals läuft nicht notwendig proportional, ist das der Fall nennt Marx dies Steigerung der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Im Prinzip sind arbeitssparende und techniksparende Investionen möglich. Das ist historisch kontingent. Aber die Erhöhung der Produktivkraft der Arbeit hat eine notwendige Bedingung: Sie setzt voraus, daß der durch die Maschine transferrierte Wertteil kleiner bleibt als die Ersparnis an lebendiger Arbeit.

„Ausschließlich als Mittel zur Verwohlfeilerung des Produkts betrachtet, ist die Grenze für den Gebrauch der Maschinerie darin gegeben, daß ihre eigne Produktion weniger Arbeit kostet, als ihre Anwendung Arbeit ersetzt. Für das Kapital jedoch drückt sich diese Grenze enger aus. Da es nicht die angewandte Arbeit zahlt, sondern den Wert der angewandten Arbeitskraft, wird ihm der Maschinengebrauch begrenzt durch die Differenz zwischen dem Maschinenwert und dem Wert der von ihr ersetzten Arbeitskraft. Da die Teilung des Arbeitstags in notwendige Arbeit und Mehrarbeit in verschiednen Ländern verschieden ist, ebenso in demselben Lande zu verschiednen Perioden oder während derselben Periode in verschiednen Geschäftszweigen; da ferner der wirkliche Lohn des Arbeiters bald unter den Wert seiner Arbeitskraft sinkt, bald über ihn steigt, kann die Differenz zwischen dem Preise der Maschinerie und dem Preise der von ihr zu ersetzenden Arbeitskraft sehr variieren, wenn auch die Differenz zwischen dem zur Produktion der Maschine nötigen Arbeitsquantum und dem Gesamtquantum der von ihr ersetzten Arbeit dieselbe bleibt.1168 Es ist aber nur die erstere Differenz, welche die Produktionskosten der Ware für den Kapitalisten selbst bestimmt und ihn durch die Zwangsgesetze der Konkurrenz beeinflußt. Es werden daher heute Maschinen in England erfunden, die nur in Nordamerika angewandt werden, wie Deutschland im 16. und 17. Jahrhundert Maschinen erfand, die nur Holland anwandte, und wie manche französische Erfindung des 18.Jahrhunderts nur in England ausgebeutet ward. Die Maschine selbst produziert in älter entwickelten Ländern durch ihre Anwendung auf einige Geschäftszweige in andren Zweigen solchen Arbeitsüberßuß {redundancy of labour, sagt Ricardo), daß hier der Fall des Arbeitslohns unter den Wert der Arbeitskraft den Gebrauch der Maschinerie verhindert und ihn vom Standpunkt des Kapitals, dessen Gewinn ohnehin aus der Vermindrung nicht der angewandten, sondern der bezahlten Arbeit entspringt, überflüssig, oft unmöglich macht.“(MEW 23, S. 414)

Es zählt das Verhältnis zwischen Maschinen-Wert (Werttransfer) und Wert der bezahlten (notwendigen) Arbeit im Unterschied zur gesamten angewandten lebendigen Arbeit.
Die Entwicklung die Marx im Auge hat ist die der steigenden organischen Zusammensetzung des Kapitals (c/v)‘ >0 muß vorliegen. Das bedeutet eine relative Abnahme der Beschäftigten. Das muß nicht in erhöhter „Arbeitslosigkeit“ münden. Die wachsende Technisierung im besonderen Betrieb kann ja auch einher gehen mit der Ausdehnung der maschinellen Produktion auf andere Industriezweige oder ganz neue schaffen. Das hängt davon an, ob dies die freigesetzten Arbeitermassen kompensiert.

Man kann also nicht einfach vergleichen. So und so viel Postkutschen mit Kutschern und anderen Personal können so viele Menschen transportieren und ein ICE kann mit weniger Personal viel mehr transportieren. Denn der ICE muß ja auch gebaut werden und benötigt dafür Personal. Das werden wir dann bei den Reprodukttionsschemata noch betrachten.
Die relative Mehrwertproduktion hat auch Grenzen. Die dauernde Freisetzung von lebendiger Arbeit ergibt Schranken der Produktion von Mehrwert. Nur lebendige Arbeit erzeugt Wert und Mehrwert. Zwar steigert die Erhöhung der Produktivkraft die Mehrwertrate (m/v)‘, aber wird die lebendige Arbeit immer mehr ersetzt durch vergegenständlichte kann es dazu kommen, daß die Gesamtarbeitszeit der verringerten Anzahl von Arbeitern geringer wird als die Mehrarbeitszeit der vorherigen größeren Anzahl der Arbeiter. Das sah Marx auch:

„Die Anzahl der gleichzeitig beschäftigten Arbeiter hängt ihrerseits ab von dem Verhältnis des variablen Kapitalteils zum konstanten. Es ist nun klar, daß der Maschinenbetrieb, wie er immer durch Steigrung der Produktivkraft der Arbeit die Mehrarbeit auf Kosten der notwendigen Arbeit ausdehne, dies Resultat·nur. hervorbringt, indem er die Anzahl der von einem gegebnen Kapital beschäftigten Arbeiter vermindert. Er verwandelt einen Teil des Kapitals, der früher variabel war, d.h. sich in lebendige Arbeitskraft umsetzte, in Maschinerie, also in konstantes Kapital, das keinen Mehrwert produziert. Es ist unmöglich z.B. aus zwei Arbeitern so viel Mehrwert auszupressen als aus 24. Wenn jeder der 24 Arbeiter auf 12 Stunden nur eine Stunde Mehrarbeit liefert, liefern sie zusammen 24 Stunden Mehrarbeit, während die Gesamtarbeit der zwei Arbeiter nur 24 Stunden beträgt. Es liegt also in der Anwendung der Maschinerie zur Produktion von Mehrwert ein immanenter Widerspruch, indem sie von den beiden Faktoren des Mehrwerts, den ein Kapital von gegebner Größe liefert, den einen Faktor, die Rate des Mehrwerts, nur dadurch vergrößert, daß sie den andren Faktor, die Arbeiterzahl, verkleinert.“(MEW 23, 429)

Fazit die Produktivkraftentwicklung steigert gleichzeitig die Zunahme und Abnahme von Mehrwert.

Die Entwicklung ist das nächste Mal dann näher zu betrachten, die Akkumulation des Kapitals, einfache und erweiterte Reproduktion usw. Dann sind die Reproduktionskreisläufe und der sog Tendenzielle Fall der Profitrate, den ja sogar Ökonomen wie Sinn gegen einige Marxisten verteidigen.

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